"Le Tour" 2010
Bericht der Grossen Tour 2010 - 3-Ländertour 2010 durch den Bregenzerwald 3./4. September 2010
Autor: Stefan Selbert
1. Tag:
Samstag, 3. September 2010
Lindau - Rheineck (ca. 95 km)
Samstagmorgen, 07:43 Uhr, sonniges Spätsommerwetter.
Abfahrt mit
dem Interregio vom Bahnhof Schaffhausen aus über Friedrichshafen nach Lindau. Da
zur gleichen Zeit die Eurobike 2010 in Friedrichshafen stattfand, waren die Züge
mit Messebesuchern völlig überfüllt, so dass an einen bequemen Sitzplatz
zunächst nicht zu denken war. Ankunft des Zuges in Lindau 09:51 Uhr.
Von Lindau
(400 m ü. M.) gingen wir unter Adis Führung mit dem Nötigsten im Rucksack
verstaut, auf die zunächst weitgehend ebene Radstrecke Richtung Hörbranz und
Hohenweiler. Unser Radgepäck hielt sich in Grenzen, da Adi bereits am Tag zuvor
mit dem PKW unsere Abendgarderobe und Necessaires zum Tagesziel chauffiert hatte
(wir hoffen alle, dass sich die Höhe seiner dabei eingehandelten
Geschwindigkeitsbussen in Grenzen halten wird!). Kurz nach Hohenweiler war es
dann zum ersten Mal vorbei mit dem gemeinsamen Plausch fahren und jeder war für
die nächsten acht Kilometer hinauf zum Kurort Scheidegg (ca. 800 m ü. M.) auf
sich selbst gestellt. Von dort aus ging es dann auf der B308 ca. 30 km
gemeinsam, ständig bergauf und bergab, durchs deutsche Oberallgäu nach
Oberstauffen. Dort angekommen, auf der Suche nach einem Mittagshalt erspähten
wir einen Sportladen mit reduzierten Radhelmen. Stefan S. schlug zu und ersetzte
kurzerhand seinen 9 Euro Aldihelm durch einen nagelneuen 30 Euro Alpina-Radhelm.
Mitten im Stadtzentrum liessen wir es uns gut gehen und genossen die Rast bei
Schnitzel, Spaghetti, Hawaiitoast und Salat mit Putenstreifen. Gut gestärkt ging
es dann in einem Rundkurs auf den höchsten Punkt der diesjährigen Tour, den
Sulzberg (1015 m). Die acht Kilometer Auffahrt kann durchaus als anspruchsvoll
bewertet werden und der steile Anstieg verlangte den Fahrern einiges an Können
ab. Oben angekommen hatten wir eine schöne Aussicht auf die nähere Umgebung und
die zurückgelegten Kilometer. Von Sulzberg ging es abschliessend steil bergab
wieder zurück auf die B308, von dort über die deutsch-österreichische Grenze,
über Langen nach Bregenz, wo wir während unseres kurzen Österreichaufenthaltes,
in einem Brauhaus unseren Zvierihalt einlegten und Helmi und Stefan S. einen
Apfelstrudel mit heißer Vanillesoße einverleibten. Zurück in der Schweiz lag
unser diesjähriges Tagesziel im ca. 25 km entfernten Rheineck, nahe St.
Margarethen. Am Schluss des ersten Tages zeigte der Tacho 93 km, nicht zu
vergessen die ca. 1500 Höhenmeter. Im Hotel Hecht bezogen wir unsere Zimmer,
entledigten uns vom Schweiß des Tages und ließen nach einem Gang durchs Städtli
bei einem gepflegten Mahl im Restaurant zur alten Post den hinter uns liegenden
Tag (und auch hinter uns liegenden Jahre inkl. zugehöriger wahrer oder unwahrer
Heldentaten) Revue passieren.
2. Tag:
Sonntag, 4. September 2010
Rheineck - Truttikon bzw. Marthalen bzw. Beringen bzw. Altenburg (ca. 95 km)
Nach
ruhiger Nacht erwartete uns am nächsten Tag 8 Uhr blauer Himmel, frische
Temperaturen und ein reichhaltiges Frühstück. Dank Adi beschränkte sich zu
unserer großen Erleichterung das Reisegepäck im Rucksack wieder auf das
Nötigste. Am Ufer des Bodensees entlang ging es ab 9:30 Uhr zunächst in ruhigem
Tempo Richtung Arbon, wo wir den Weg ins Landesinnere einschlugen. Die
Reisegeschwindigkeit durchs Thurgau Richtung Amriswil sollte von nun an bei
durchschnittlich 30 km/h liegen. Folgerichtig trafen wir nach ca. 40 km einige
Zeit vor unserer Marschtabelle im Landgasthof Löwen in Sulgen ein, wo wir unsere
Mittagsverpflegung aufnahmen. Bei unvermindert hoher Reisegeschwindigkeit ging
es weiter um Frauenfeld herum über Weinfelden, Pfyn, Neunform nach Truttikon, wo
wir ca. 14:00 Uhr Adi verabschiedeten. Während wir weiter Richtung Marthalen,
Altenburg und Beringen fuhren, machte sich Adi mit dem Pkw schon wieder auf den
Weg nach Rheineck um unser dort zurückgebliebenes Gepäck abzuholen. Fazit: Es
waren für mich (und ich hoffe auch für alle anderen) zwei unvergessliche Tage im
Dreiländereck Österreich, Schweiz, Deutschland. Im Gegensatz zur letzten Großen
Tour blieben wir dieses Jahr glücklicherweise von Raddefekten verschont. Die
gesamte Fahrt, unsere Unterkunft, unsere Verpflegungsstellen und unser
Gepäcktransport waren wieder bestens organisiert. Adrian: «Vielen Dank!»
|
Adrian Wyler |
Der schnelle Organisator |
|
Helmut Fröhlich |
Der mit dem niedrigen Puls |
|
Stephan Hochstrasser |
Der auch nicht langsame Forograf |
|
Jürg Merk |
Der ohne Rucksack aber vollen Trikottaschen |
|
Stefan Selbert |
Der Autor mit dem neuen Radhelm |